"Cold Case" Claudia Ruf: Mit DNA-Abgabenquote zufrieden
Veröffentlicht: Freitag, 06.10.2023 16:13
Beim aktuellen Massen-Gentest im Mordfall Claudia Ruf hat nur einer der rund 200 Angeschriebenen die Abgabe seiner DNA verweigert. In seinem Fall sei inzwischen ein Gerichtsbeschluss zur DNA-Abgabe erwirkt worden, sagte ein Polizeisprecher in Bonn am Freitag. Verdächtig sei der Mann wegen seiner Verweigerung nicht.

In weiteren zehn Fällen werde noch versucht, die DNA von Angehörigen Verstorbener oder nach unbekannt Verzogenen zu bekommen. Die elfjährige Claudia Ruf wurde im Mai 1996 bei Grevenbroich entführt, sexuell missbraucht und zwei Tage später bei Euskirchen tot auf einem Feldweg gefunden. In die Ermittlungen war nach 27 Jahren neue Bewegung gekommen. Die Mordkommission geht einer Zeugenbeobachtung nach, wonach eine dunkle Limousine mit Ortskennzeichen RE für den Kreis Recklinghausen im Zusammenhang mit der Tat stehen könnte. Die Polizei war deshalb im Frühjahr an rund 200 Fahrzeughalter aus dem Kreis Recklinghausen herangetreten.
Bereits 2019 hatten Mordermittler den "Cold Case" neu aufgerollt: Eine aufwendige DNA-Massenuntersuchung, für die in Grevenbroich mehr als 2.000 DNA-Proben genommen und analysiert wurden, hatte aber keinen Verdächtigen ans Licht gebracht. Die Ermittlungsakten füllen inzwischen 150.000 Seiten Papier.


