Besucherzahlen im Nationalpark normalisieren sich wieder
Veröffentlicht: Freitag, 15.07.2022 11:11
1,1 Millionen Besucher – so viele Menschen sind 2021 im Nationalpark Eifel unterwegs gewesen. Was nach viel klingt, ist weniger als im ersten Corona-Jahr.

2020 waren es mit 1,35 Millionen Menschen noch deutlich mehr. Michael Lammertz vom Nationalpark ist aber froh, dass der Besucheransturm wieder etwas abnimmt:
"Ich gehe davon aus, dass sich die Besucherzahlen wieder um 900.000 einpendeln werden. Dann geht es darum, die Menschen intelligent zu lenken. Damit nicht alle an der gleichen Stelle sind. Außerdem müsse der Anteil an Menschen erhöht werden, die mit Bus und Bahn anreisen. Damit es nicht wie zuletzt zu Engpässen an den Parkplätzen kommt."
Denn auch ohne Besucher ist im Nationalpark Eifel viel los – über 11.200 Arten an Tieren, Pflanzen, Pilzen und co. wurden bisher im Park nachgewiesen – mehr als 2.500 der Arten stehen dabei auf der Roten Liste.
Zum ersten Mal wurde 2021 der „Ästige Stachelbart“ entdeckt, ein Pilz der nur an Totholz besonders alter Buchen zu finden ist. Damit sei er ein sogenannter Wildniszeiger, sagt Lammertz. Also ein Zeichen dafür, dass der Mensch im Nationalpark immer weniger eingreift.
Das ist ja das erklärte Ziel des Nationalparks. Deshalb werden auch immer mehr Wirtschaftswege renaturiert - im vergangenen Jahr rund 24,5 Kilometer. Die Wirtschaftswege wurden laut Nationalpark zuletzt oft illegal von Wanderern benutzt – dadurch werden Pflanzen und Tiere in dem Bereich gestört. Deshalb sollen die Wege wieder aktiver Teil der Natur werden.
Mit Baggern werden dabei die ursprünglichen Hänge im Wald wiederhergestellt. Vorher müssen die Wirtschaftswege aber auf Kampfmittel untersucht werden, dabei wurden 2021 zwei Mörsergranaten gefunden. Die normalen Wanderwege sind von den Arbeiten nicht betroffen, sie bleiben komplett erhalten.


