Razzia: Betrug mit Fluthilfen aufgedeckt
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.12.2024 14:26
Am Mittwochmorgen (11.12.) haben Polizeieinsatzkräfte in Euskirchen und Mechernich 16 Wohnungen durchsucht. Hintergrund der Aktion sind Ermittlungen zu Betrugsfällen im Zusammenhang mit Wiederaufbauhilfen nach der Flutkatastrophe 2021. Die Verdächtigen sollen sich illegal Fördermittel erschlichen haben.

Die Ermittlungen richten sich gegen 136 Beschuldigte in über 180 Fällen. Insgesamt wurden Fördermittel in Höhe von mehr als 9 Millionen Euro beantragt, von denen 4,6 Millionen Euro tatsächlich bewilligt wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen reichten die Beschuldigten teils selbst betrügerische Anträge ein oder agierten als Hintermänner, die den Antragstellern gefälschte Unterlagen zur Verfügung stellten. Im Gegenzug kassierten sie dann 50 Prozent der ausgezahlten Gelder.
Unmögliche Schadensangaben in Anträgen
Auffällig war, dass in den Anträgen für verschiedene Wohnungen identische Schadensbilder angegeben wurden. Zudem wurden Anträge für Wohnungen gestellt, die gar nicht von der Flut betroffen waren, wie etwa Schäden in Obergeschossen, die vom höchsten Wasserstand nicht erreicht wurden.
Im Fokus der Durchsuchungen standen insbesondere zwei Frauen, die durch falsche Anträge mehrere hunderttausend Euro erbeutet haben sollen. Sie stehen in familiärer Verbindung zu 20 weiteren Beschuldigten, deren Wohnungen ebenfalls durchsucht wurden. Bei der Razzia wurden 40 Handys, 10 Computer, zahlreiche Dokumente und 14.000 Euro Bargeld sichergestellt.


