Gedenken an die Reichspogromnacht im Kreis Euskirchen

Im Kreis Euskirchen wird an die Opfer der Reichspogromnacht von 1938 erinnert. Mit Gedenkveranstaltungen und Aktionen wird ein Zeichen gegen Rassismus und für Menschlichkeit gesetzt.

© Gemeinde Kal

Am 9. und 10. November 1938 brannten in Deutschland zahlreiche Synagogen, Jüdinnen und Juden wurden verfolgt, verhaftet oder getötet. Auch im Kreis Euskirchen wird in diesem Jahr wieder an die Opfer der Reichspogromnacht erinnert.

Am Sonntag (9. November) findet ab 11:30 Uhr ein stilles Gedenken am Jüdischen Friedhof in Kall statt. Im Anschluss wird eine Kerze am ehemaligen Standort der Synagoge entzündet. Am Abend lädt die evangelische Jugend in Zülpich zu einer Gedenkveranstaltung unter dem Titel „Erinnerung – Mahnung – Verpflichtung“ ein. Mit Musik, Texten und stillem Gedenken soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und ein Zeichen gegen Rassismus sowie für Frieden und Menschlichkeit gesetzt werden.

Weitere Gedenk-Veranstaltungen am Montag

© Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
© Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

In Mechernich wird am Montag um 18 Uhr eine Gedenkstele am ehemaligen Standort der Synagoge in der Rathausgasse enthüllt. In diesem Mahnmal wurde auch eine Luftaufnahme integriert, auf der die Synagoge von oben zu sehen ist, bevor sie 1938 in der Pogromnacht zerstört wurde. Nach der Enthüllung sind alle Menschen dazu aufgerufen, sich an einem Erinnerungsgang durch die Stadt zu beteiligen. Der soll ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit, Toleranz und Geschichtsbewusstsein setzen.

Ähnlich wird auch in Euskirchen erinnert – ab 17 Uhr gibt es im Alten Casino eine Gedenkveranstaltung, bei der weiterführende Schulen ihre Projektarbeiten zu dem Thema vorstellen. Anschließend findet auch in Euskirchen ein gemeinsamer Gedenkweg bis zum Standort der ehemaligen Synagoge statt.

Zudem wurden an vielen Orten im Kreis Euskirchen die sogenannten „Stolpersteine“ geputzt, die an deportierte Jüdinnen und Juden erinnern. In Kommern haben beispielsweise zehn Mitglieder des Jugendrotkreuzes die Steine gereinigt, damit sie wieder sichtbar an die Opfer der NS-Zeit erinnern.

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