Stellenanzeigen: Finger weg, wenn das (nicht) im Text steht
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.02.2026 06:00

Toxische Firmenkultur
Frankfurt (dpa/tmn) - Sind Sie auf Jobsuche? Dann schauen Sie besser genau hin! Stellenausschreibungen verraten oft mehr über eine Position und das Unternehmen, als Bewerber zunächst vermuten. Denn viele Arbeitgeber machen sich nicht einmal die Mühe strukturelle Probleme, unklare Erwartungen oder eine schwierige Unternehmenskultur zu verbergen. Auf diese Punkte sollten Sie laut Stephan Megow vom Personaldienstleister Robert Half achten.
1. Fehlende oder unklare Gehaltsangaben
Gibt es in der Stellenanzeige keine konkreten Angaben zur Vergütung, kann das auf mangelnde Transparenz hindeuten. Auch vage Formulierungen ohne klare Rahmenbedingungen gelten als mögliches Warnsignal.
2. Eine schwammige Jobbeschreibung
Bleibt unklar, welche Aufgaben tatsächlich übernommen werden sollen, ist Vorsicht geboten. Fehlt eine eindeutige Aufgabenbeschreibung, besteht das Risiko, dass Bewerber später Tätigkeiten übernehmen müssen, die ursprünglich nicht vorgesehen waren.
3. Aussagen wie „Bei uns machen alle alles“
Solche Formulierungen können laut Stephan Megow auf fehlende Strukturen im Unternehmen hinweisen. Unklar geregelte Zuständigkeiten können zu dauerhaften Stressfaktoren für Beschäftigte werden.
4. Häufig neu ausgeschriebene Stellen
Ist eine Position mehrfach im Jahr ausgeschrieben, sollten Bewerber genauer hinschauen. Wird dieselbe Stelle innerhalb eines Jahres dreimal oder öfter gesucht, könnten mit ihr Erwartungen verbunden sein, die kaum zu erfüllen sind.
5. Fehlende Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten
Enthält die Stellenanzeige keine konkreten Ansprechpartner oder Rückmeldemöglichkeiten, kann das ein weiteres Warnsignal sein. In der Praxis erleben Bewerber immer wieder, dass Unternehmen sich gar nicht auf Bewerbungen zurückmelden – ein Phänomen, das oft als Ghosting bezeichnet wird.
Schon beworben? Das ist jetzt wichtig
Auch der Ablauf des Bewerbungsverfahrens liefert Hinweise. Wirkt dieser wenig organisiert, kommen Gesprächspartner gehetzt zum Termin oder beschäftigen sich erst im Gespräch mit dem Lebenslauf, kann das laut Stephan Megow auf fehlende Prozesse und mangelnden Respekt gegenüber Bewerbern hindeuten.
Werden weder konkrete Ziele noch klare Erwartungen an die Rolle formuliert, steigt das Risiko, dass sich die tatsächliche Tätigkeit stark von der ursprünglichen Ausschreibung unterscheidet. Transparenz im Bewerbungsprozess ist hier entscheidend.
Tipp: Bewertungsportale und Website checken
Hilfreich können Arbeitgeber-Bewertungsportale sein, auch wenn dort negative Erfahrungen häufig überwiegen. Ergänzend empfiehlt Stephan Megow einen Blick auf die Unternehmenswebsite. Dort fänden sich – sofern vorhanden – unabhängige Auszeichnungen, die Hinweise darauf geben können, ob ein Unternehmen tatsächlich gute Arbeitsbedingungen bietet.


