Social Media erst ab 14? NRW-Ministerin Schäffer für strengere Regeln
Veröffentlicht: Freitag, 13.03.2026 14:17
NRW-Familienministerin Verena Schäffer fordert EU-weit eine Anhebung der Altersgrenze für Plattformen wie TikTok und Instagram auf 14 Jahre. Im Interview mit uns erklärt die Ministerin, warum der Schutz von Kindern Vorrang vor den Interessen der Tech-Konzerne haben muss.

Das komplette Interview zum Nachhören
„Ich finde, der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss wichtiger sein.“
Hier gibt es das gesamte Gespräch zwischen Ministerin Verena Schäffer und José Narciandi, dem Leiter unseres Landtagsstudios:

Neue Altersgrenze für Instagram und TikTok
„Ich halte es für sinnvoll, die Altersgrenze, die häufig bei 13 liegt und kaum kontrolliert wird, auf 14 Jahre anzuheben.“
Bisherige Kontrollen seien laut Schäffer unzureichend. Eine Anhebung der Altersgrenze auf 14 Jahre schaffe Klarheit, da dies eine bereits etablierte Grenze aus anderen rechtlichen Bereichen sei. Ziel sei es, eine klare soziale Norm zu etablieren, ab wann Kinder in sozialen Netzwerken unterwegs sein sollten.
Plattformbetreiber stärker in der Verantwortung
„Ich möchte weniger Kinder und Jugendliche in die Pflicht nehmen, sondern vor allem die Plattformbetreiber.“
Die Ministerin betont, dass die Debatte weg von reinen Verboten für Kinder und Jugendliche führen müsse. Stattdessen müssten die Anbieter technisch sicherstellen, dass Jugendschutzregeln konsequent eingehalten werden. Werden diese Standards nicht garantiert, dürfe der Zugang für die betroffenen Altersgruppen nicht geöffnet werden.
Milliardengewinne verpflichten zum Schutz
„Sie machen Milliardengewinne und sind verantwortlich für das, was auf ihren Plattformen gezeigt wird.“
Die wirtschaftliche Macht der Tech-Giganten müsse mit einer entsprechenden Verantwortung einhergehen. Schäffer schlägt vor, die Konzerne stärker zu besteuern, um mit diesen Mitteln Programme zur Förderung der Medienkompetenz in Schulen, Kitas und der Familienbildung zu finanzieren.
Kampf gegen manipulative Algorithmen
„Wir erleben bei TikTok und anderen Plattformen, dass Hass und Hetze durch Algorithmen bevorzugt werden. Das darf nicht sein.“
Besonders kritisch sieht die Ministerin die suchtfördernde Gestaltung der Plattformen. Algorithmen seien darauf ausgelegt, Nutzer - und insbesondere Kinder - möglichst lange auf den Seiten zu halten. Diese Mechanismen müssten reguliert werden, um Kinder vor psychischen Folgen und problematischen Inhalten zu schützen.
Kinderschutz vor Wirtschaftsinteressen
„Ich finde, der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss wichtiger sein.“
NRW setzt sich dafür ein, den europäischen Digital Services Act konsequent durchzusetzen. Für Schäffer steht fest: Politische Sorgen vor möglichen Handelsstreitigkeiten mit den USA dürfen nicht dazu führen, dass der Schutz der Jüngsten im digitalen Raum vernachlässigt wird.


