Musik / CD

Rod Stewart: Blood Red RosesWo es immer noch rote Rosen regnet

Vor drei Jahren zelebrierte Rod Stewart mit dem Geburtstags-Longplayer "Another Country" die runde 70. Das gelobte Sammelsurium aus Folk und einem Hauch von Weltmusik bestätigte den Performer und Ausnahme-Vokalisten erneut in der Entscheidung, wieder mehr eigene Songs in seiner Diskographie unterzubringen. Schließlich hatte "Rod The Mod" 2013 - nach 20 Jahren Cover-Marathon - mit dem erfolgreichen Album "Time" erstmals wieder Eigenkompositionen auf ein Album gepackt. In seinem neuen Werk "Blood Red Roses" bleibt er dieser Vorgehensweise nicht ganz treu, denn diesmal widmet sich der Brite zumindest drei Songs von anderen Verfassern - die sind allerdings nur als Zugabe auf der Deluxe-Version des Albums zu finden.

Da bleibt also trotzdem noch jede Menge Raum für die eigenen Ideen, die Stewart erneut effektvoll mit seinem Co-Autor Kevin Savigar in Szene setzt. Und "Blood Red Roses" geizt nicht bei der Stilvielfalt: Nachdenkliches mischt sich mit (Irish-)Folk, Motown-Momenten ("Rest Of My Life") und Balladen; daneben platziert das Songwriter-Duo ganz ungeniert auch ein paar Tanzflächennummern.

Der Opener "Hole In The Heart" wird von einem knackigen Beat vor sich her getrieben, der juvenil tönende Party-Stomper verbreitet sogleich gute Laune. Und gerade inmitten des fulminanten Stückes "Give Me Love", auf dem sich Groove und Blues zu einer Funk-Nummer transformieren, fühlt man sich an die selige Disco-Phase Stewarts vor 40 Jahren erinnert, als er noch ebenso schelmisch wie selbstsicher "Da Ya Think I'm Sexy?" fragte und damit weltweit die Charts eroberte. Mit dem synthetisch anmutenden Song "Look In Her Eyes" setzt Stewart dann noch einen drauf und beweist im Rentenalter noch absolut souverän seine Clubtauglichkeit.

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Doch neben den gefeierten Party-Momenten dreht sich Sir Rods neuer Longplayer vor allem um Geschichten, die von Sucht und Verlust, aber auch von Liebe und Verlangen handeln. Besonders ergreifend: Der von Piano-Linien im Midtempo getragene Titel "Farewell" ist Stewarts Lebensfreund Ewan Dawson gewidmet, der kürzlich verstarb. Im schmachtenden Duett "Cold Old London" blickt der Barde dann auch auf sein Alter zurück uns sinniert augenzwinkernd "Maybe It's Too Late For Me". Die rockige Single "Didn't I" überzeugt ebenso wie der gemächlichere Gegenpart "Julia", der sympathisch sentimental die Geschichte der ersten Liebe Stewarts vor über sechs Jahrzehnten rekapituliert.

Mit der Liebeserklärung an eine mysteriöse Frau ("Honey Gold") und dem zu Tränen rührenden Irish-Folk-Schmachtbrocken "Grace" befinden sich noch zwei weitere Höhepunkte auf "Blood Red Roses", einem Album, auf dem sich kein auch nur annähernd schwacher Song befindet. Auch wenn wir auf "Blood Red Roses" vielleicht nicht Zeuge von Stewarts bester Vokalarbeit werden: Die dicken Späne, die sein funky Reibeisen immer noch aus den Harmonien hobelt, sind in seiner Altersgruppe nach wie vor konkurrenzlos.

Constantin Aravanlis

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelBlood Red Roses
Bandname/InterpretRod Stewart
Erhältlich ab28.09.2018
LabelDecca
VertriebUniversal Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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