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Fußball Deutschland gibt 2:0-Führung spät aus der Hand

Die Nationalmannschaft bietet gegen die Niederlande 85 Minuten eine tolle Leistung, spielt nach zwei Fehlern in der Schlussphase aber nur 2:2-Remis.


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Am Ende verdarben die Niederländer der jungen deutschen Nationalmannschaft doch noch den Spaß. Nach einem schwungvollen Spiel, einer 2:0-Führung und zahlreichen vergebenen Chancen vergab das Team von Joachim Löw beim 2:2 (2:0) im Klassiker in der Endpahse noch den Sieg.

Timo Werner (9. Minute) und Leroy Sané (20.) hatten die Gastgeber im letzten Nations-League-Spiel in Führung gebracht; Quincy Promes (85.) und Kapitän Virgil van Dijk (90.) glichen aber noch aus.

Damit erlebte auch Thomas Müller ein wenig freudiges 100er Jubiläum. Dabei hatte der in Russland noch brutal abgestürzte Ex-Weltmeister am Montag in Gelsenkirchen trotz des bitteren Abstiegs aus der Top-Gruppe der Nations League lange Zeit große Leidenschaft, Entschlossenheit und Spielfreude demonstriert. Doch der späte Ausgleich war irgendwie bezeichnend für das Jahr 2018.

Damit schafften die Niederländer im letzten Spiel des neu geschaffenen Wettbewerbs in letzter Sekunde den Sprung ins Final Four. Dazu muss das runderneuerte DFB-Team befürchten, für die anstehende EM-Qualifikation am 2. Dezember in Dublin aus dem zweiten Lostopf gezogen zu werden droht damit schweren Gegnern wie Frankreich, Spanien oder England.

"Wir wollen uns mit einer starken Leistung aus dem Jahr verabschieden, uns und den Fans zeigen, wir sind auf einem guten Weg", hatte Löw angekündigt. Und seine Mannschaft hielt Wort. Mit Spaß, Schwung und Tempo betrieb die DFB-Auswahl zunächst scheinbar Wiedergutmachung, ehe sie in der Schlussphase durch Schläfrigkeiten doch den sicheren Sieg aus der Hand gab.

Die Abkehr vom Ballbesitz-Fußball und die Fokussierung auf blitzartige Angriffe mit dem deutschen Turbo-Sturm funktionierte lange Zeit gut. Insbesondere Sané stellte in seiner alten Schalker Heimat die niederländische Defensive vor große Probleme. Aber auch die Dreier-Abwehrkette zeigte sich gut eingespielt. Außerdem verlieh die Hereinnahme der beiden erfahrenen Ex-Weltmeister Mats Hummels und Toni Kroos im Vergleich zum Russland-Spiel (3:0) vor vier Tagen dem deutschen Team Stabilität.

Die Löw-Elf erwischte einen optimalen Start. Schon nach neun Minuten setzte Werner nach Zuspiel von Gnabry den Ball aus 20 Metern mit einem satten Schuss ins Tor und beendete damit seine Torkrise. Vor gut fünf Monaten hatte der Leipziger letztmals im Testspiel gegen Saudi-Arabien getroffen. Und es kam noch besser: Ein langer Ball von Kroos verarbeitete Sané glänzend. Sein von Kenny Tete abgefälschter Schuss gab Oranje-Schlussmann Jasper Cillessen erneut das Nachsehen.

Es folgten noch weitere gute Szenen, insbesondere Gnabry verpasste mit einem Kopfball den dritten Treffer (40.). Gefährlich wurde es auch immer wieder, wenn der Hoffenheimer Nico Schulz zu Tempo-Vorstößen über die linke Seite ansetzte.

Trotz des guten Auftritts wollte aber bei geschlossenem Dach keine rechte Stimmung aufkommen. Viele Plätze waren wie schon in Leipzig leer geblieben und auch sonst gaben sich die deutschen Anhänger als Reaktion auf die "Ohrfeige" (Löw) sehr zurückhaltend.

Und die Holländer? Die Mannschaft von Bondscoach Ronald Koeman, die noch am Freitag Frankreich die erste Niederlage nach dem Triumph von Russland zugefügt hatte, vermochte bis in die Schlussphase ihre Schnelligkeit nicht auszuspielen. Memphis Depay, der Held beim 3:0 im Hinspiel kam kaum zum Abschluss. Bezeichnend, dass sein Freistoß in aussichtsreicher Position in der Mauer hängen blieb (15.). Gefährlicher war da eher noch eine Kopfball-Abwehr von Niklas Süle, die beinahe seinen Münchner Kollegen Manuel Neuer überrascht hätte (34.).

Die erste Chance im zweiten Durchgang besaß erneut Deutschland durch Werner, als er Cillessen prüfte (46.). Und der Leipziger war es auch, der dem überforderten Tete davonlief und den Ball frei vor Cillessen neben das Tor setzte (62.). Danach war für Werner Schluss, stattdessen kam der Dortmunder Superstar Marco Reus ins Spiel (63.) . Aufgrund einer Fußprellung hatte Löw den BVB-Kapitän geschont.

Kurz erhielt Müller seinen großen Moment, als er für Gnabry ins Spiel kam. Der Bayern-Profi ist erst der 14. Spieler, der es in den "Club der Hunderter" geschafft hat. Und das in gerade einmal achteinhalb Jahren. Im März 2010 hatte Müller gegen Argentinien sein Debüt gegeben. Nur sein 39. Tor blieb ihm vergönnt, auch wenn Reus ihm direkt ein Tor auflegen wollte, was aber misslang (69.).

Erst in der Schlussphase brachte sich die deutsche Mannschaft durch Nachlässigkeiten um den Lohn des verdienten Sieges. Nach dem Anschlusstor von Promes warf Oranje alles nach vorn und traf noch zum Ausgleich.


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