Anzeige
Zukunft der Steinbachtalsperre ungewiss
© e-regio | Archivbild
Teilen:

Zukunft der Steinbachtalsperre ungewiss

Die Steinbachtalsperre wird künftig nicht noch einmal überlaufen können. Davon geht der Betreiber e-regio aus. Eine Fachfirma gräbt aktuell eine bis zu 42 Meter breite Scharte in den Staudamm.

Veröffentlicht: Sonntag, 08.08.2021 10:55

Anzeige

Die Scharte soll dafür sorgen, dass das Wasser schon abfließen kann, bevor der bisherige Überlauf der Talsperre erreicht wird. Die Gefahr eines Dammbruches oder Überlaufens sei damit nicht mehr gegeben, sagt Markus Böhm, Geschäftsführer der e-regio. Wie es mit dem stark beschädigten Damm und der gesamten Talsperre weitergeht, sei noch unklar. 

"Wir haben vergangenen Mittwoch eine erste Sitzung gehabt, wo wir die Verbandsversammlung des Wasserversorgungsverbands Euskirchen-Swisttal informiert haben. Da wurden schon erste Varianten andiskutiert. Ich denke, dass ist aber ein Prozess, der sich noch über einen längeren Zeitraum hinwegzieht."

Durch den Starkregen Mitte Juli war die Steinbachtalsperre übergelaufen. Der Damm hat massive Schäden davon getragen. Wie es mit der Talsperre weitergeht, müssen vor allem die Stadt Euskirchen und die Gemeinde Swisttal entschieden. Sie sind Eigentümer der Talsperre.

Anzeige
Zukunft der Steinbachtalsperre ungewiss
© e-regio
Blick in die leere Steinbachtalsperre und auf die Scharte im Damm (links).
Anzeige

Hochwasserschutz-Funktion gefordert

Anzeige

Die Steinbachtalsperre soll künftig auch eine Hochwasserschutz-Funktion bekommen. Dafür machen sich die Bürgermeister aus Euskirchen und Swisttal stark. Dass die Talsperre bisher diese Funktion nicht hatte, habe mit zu dem massiven Überschwemmungen unterhalb der Talsperre geführt. Das teilte der Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal am Samstag gemeinsam mit dem Betreiber der Talsperre, e-regio, mit.

Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt sagte, Hochwasserschutz müsse nach so einem Ereignis anders bewertet werden:

"Beim Thema Hochwasserschutz - wir haben es jetzt gesehen - spielen so viele Flüsse und Bäche eine Rolle. Das muss größer, regionaler oder sogar überregionaler gedacht werden. Und wenn wir uns als Bürgermeister hier einbringen können, dann werden wir das auf jeden Fall tun."

Nach der Überflutung der Steinbachtalsperre wird das Waldfreibad dort in diesem Jahr wohl nicht mehr aufmachen. Davon geht Bürgermeister Reichelt aus. 

"Aufgrund der großen Beschädigung ist Schwimmen im Waldfreibad natürlich nicht möglich. Ob in Zukunft das Freibad wieder öffnen wird, ist noch unklar. Dass hängt von den politischen Entscheidungen ab. Das Waldfreibad speist sich auch durch Wasser aus der Steinbachtalsperre. Damit das Waldfreibad, so wie es jetzt ist, betrieben werden kann, muss die Talsperre eine bestimmte Wassermenge haben."

Durch die Scharte im Damm ist auch der bei Ausflüglern beliebte Rundwanderweg um die Steinbachtalsperre nicht mehr vorhanden.

Anzeige
Anzeige
Anzeige