
Weniger Kirchenaustritte im Kreis Euskirchen
Im Kreis Euskirchen sind im vergangenen Jahr weniger Menschen aus der Kirche ausgetreten als 2019. Das haben die beiden Amtsgerichte in Euskirchen und Schleiden mitgeteilt. Die meisten Austritte muss weiterhin die katholische Kirche verkraften.
Insgesamt 1.062 Menschen aus dem Kreis Euskirchen sind im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten. Das sind rund 250 weniger als im Vorjahr. Rund 220 Kirchenaustritte verzeichnet die evangelische Kirche. Der katholischen Kirche kehrten fast 800 Menschen den Rücken. Eine Besonderheit im vergangenen Jahr war der Lockdown im Frühjahr, als Kirchenaustritte vorübergehend nur beim Notar, aber nicht bei Gericht möglich waren. Diese Möglichkeit haben aber nur wenige Menschen genutzt, heißt es vom Amtsgericht in Schleiden. Begründen muss man einen Kirchenaustritt nicht. Neben dem finanziellen Aspekt, die Kirchensteuer zu sparen, ist es aber oft die Unzufriedenheit mit der Amtskirche, die zu den Austritten führt.
In Köln gibt es dagegen momentan eine Welle von Kirchenaustritten. Die Zahl der Online-Terminbuchungen für Kirchenaustritte sei deshalb aufgestockt worden, sagte ein Sprecher des Kölner Amtsgerichts. Nach dem ersten Lockdown seien es zunächst etwa 600 bis 650 Termine im Monat gewesen. Diese Termine seien jedoch mit einer solchen Geschwindigkeit weggegangen, dass man sich entschieden habe, zusätzlich 100 Termine pro Woche einzuführen.
Die Austrittswelle in Köln steht möglicherweise im Zusammenhang mit der derzeitigen Krise im Erzbistum Köln. Kardinal Rainer Maria Woelki hält seit Monaten ein Missbrauchsgutachten wegen rechtlicher Bedenken zurück. Dafür gibt es viel Kritik, auch aus den eigenen Reihen.
Veröffentlicht: Montag, 01.02.2021 09:37