
Wegen Mordes und Totschlags ins Gefängnis
Die Richter am Bonner Landgericht haben am Montagmittag einen Mann aus Weilerswist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der 30-Jährige soll seine Eltern im Frühjahr mit jeweils 30 Messerstichen getötet haben. Ein Gerichtssprecher sagt, es geht um eine besondere Schwere der Schuld.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann zweifachen Mord vorgeworfen. Am Ende haben die Richter ihn aber einmal wegen Mordes und einmal wegen Totschlags verurteilt. Ein Gerichtssprecher sagt, bei dem getöteten Vater ging es um heimtückischen Mord, weil er nicht mit dem Angriff gerechnet hatte. Im Fall der Mutter war das anders. Sie hatte noch den Notruf gewählt, als der Sohn den Vater angegriffen hatte. Sie soll den Mord demnach mitbekommen haben und hätte selber mit einen Angriff rechnen müssen, heißt es vom Landgericht, deshalb geht es hier um Totschlag. Der Mann aus Weilerswist hatte erklärt, es habe einen Grund für den Angriff gegeben, wollte den Grund aber bis zum Ende nicht nennen. Auch die Zeugenaussagen hätten nicht zur Aufklärung geführt, sagt ein Sprecher vom Bonner Landgericht.
Der Mann soll bei der Tat Alkohol im Blut gehabt haben, das habe aber nicht zu einer Strafminderung geführt. Er soll alkohol- und drogensüchtig sein und hatte selber im Prozess immer wieder von einem psychischen Ausnahmezustand gesprochen. Es konnte keine psychische Erkrankung festgestellt werden, so das Landgericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann hat eine Woche Zeit in Revision zu gehen - vor den Bundesgerichtshof.
Veröffentlicht: Montag, 25.11.2019 13:00