
Viel los im DRK-Logistikzentrum Zülpich
Am Mittwoch (06.10.) vor zwölf Wochen hat der kräftige Dauerregen bei uns im Kreis Euskirchen und weit auch in der Region zu dieser immer noch unfassbaren Flutkatastrophe geführt. Eine positive Folge war eine riesige Hilfsbereitschaft – auch mit Sachspenden. Und um die zu koordinieren ist seit Ende Juli ein riesiges Logistikzentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Zülpich im Betrieb.
Veröffentlicht: Dienstag, 05.10.2021 11:49
Die Dimensionen sind gigantisch. Volkmar Schultz-Igast überwacht in einer über 10.000 Quadratmeter großen Halle unzähligen Kartons und Paletten. Er ist der Leiter dieses Logistikzentrums.
Es hat sich nach der Flutkatastrophe zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt für die Spenden in der Hochwasser-Region entwickelt. Die Spenden kamen von Privat genauso wie von großen Firmen. Wasser, Waschmittel, Windeln - alles stapelt sich hier auf über 5000 Euro-Paletten, sagt Schultz-Igast:
"Wir hatten mit etwa 2.000 Paletten angefangen. Aber mit dieser Fülle haben wir nicht gerechnet."
Wer betroffen ist, kann sich aber nicht direkt an das Zentrum in Zülpich wenden. Alles läuft über Hilfsorganisationen – von kirchlich wie Caritas bis zu privat wie Eifel für Eifel etwa. Sie müssen aber in den Kommunen offiziell registriert sein. Die Versorgung geht auch in die Städteregion Aachen, den Rhein-Sieg- und Rhein-Erft-Kreis, aber auch ins Ahrtal oder weiter in die Eifel bis nach Trier, sagt Schultz-Igast:
"Man kann das so vergleichen wie mit dem Großhandel und Einzelhandel. Unser Logistikzentrum ist dabei der Großhandel. Hier werden die Spenden zentral gesichtet und kommissioniert. Von hieraus gehen die Spenden dann in die betroffenen Kreise und an die Hilfsorganisationen vor Ort."
Auch sogenannte "weiße Ware" steht in der Lagerhalle. Sie sei reserviert, aber könne vor Ort noch nicht gebraucht werden. Deshalb werde sie im Logistikzentrum zwischengelagert.
Schultz-Igast kennt sich dabei mit Katastrophen aus. Er hat schon nach Hurrikan Catharina in den USA geholfen oder auch im Golfkrieg. Die Arbeit hier in der eigenen Heimat sei nochmal anders. Zumal er selbst in Bad Neuenahr zur Schule gegangen ist, sagt er. Er kenne ehemalige Schulkameraden, die jetzt selbst traumatisiert sind.
Das DRK-Logistikzentrum wird noch bis höchstens Ende des Jahres in Zülpich in Betrieb bleiben. Dann braucht der Eigentümer die Halle für seine eigene Logistik. Aber dann wird das DRK seine Logistik woanders weiterbetreiben.




