
Umweltbelastungen im Fokus
Ob es sich um die Bleibelastung rund um Mechernich und Kall handelt, Asbest, Schimmelpilze oder neue Mückenarten, die zu uns kommen: Die neue Fachstelle Umweltmedizin im Kreisgesundheitsamt kümmert sich um Fragen, die zu diesen Themenbereichen bei den Menschen anfallen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 16.08.2023 03:24
Zum Thema Blei geht die neue Fachstelle auch in die Kitas in Mechernich und Kall. Dort wird den Kindern das Thema spielerisch nahegebracht, mit der Handpuppe "Plumbi" und einem extra vom Gesundheitsamt entwickelten Kinderbüchlein. Darin steht, dass Händewaschen wichtig ist, nachdem man draußen war und man nicht einfach so alle Früchte von draußen essen sollte. Hintergrund ist der bleibelastete Boden durch den Bleierzabbau. In den vergangenen Jahren wurden bereits freiwillige Blutuntersuchungen in Mechernich und Kall durchgeführt. 50 Personen haben sich bereit erklärt, nun regelmäßig ihr Blut auf Blei untersuchen zu lassen. So kann die Fachstelle eine Langzeitstudie erstellen.
Bei den Untersuchungen in den vergangenen Jahren wurde festgestellt, dass bei etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in den betroffenen Orten der Blutbleispiegel über dem bundesweiten Referenzwert lag. Blei kommt auch so in der Umwelt vor. Da aber ein Zusammenhang mit der erhöhten Boden-Bleibelastung in den betroffenen Gebieten nicht ausgeschlossen werden kann, wurden oder werden derzeit auf Kinderspielplätzen in Mechernich und Kall die Flächen, die erhöhte Werte aufwiesen, saniert.
Weitere Themenfelder
Die Fachstelle kümmert sich aber auch um weitere Themenfelder: Etwa chemische Stoffe wie Pestizide, Asbest, Luftschadstoffe etc. Auch mit biologischen Organismen, die eine Gefahr für die Gesundheit darstellen können, beispielsweise Schimmelpilze, Blüten- und Gräserpollen, Zecken, Mücken und andere tierische Krankheitsüberträgern, beschäftigt sich die Fachstelle. Außerdem gehört zur Umweltmedizin ebenfalls die Prävention und Aufklärung hinsichtlich potentieller Vergiftungen durch Pflanzen und Pilze. In Zukunft wird auch immer stärker der Klimawandel und seine Folgen auf die menschliche Gesundheit Thema sein. Als Beispiele werden die gesundheitsschädigenden Auswirkungen durch häufigere und längere Hitzeperioden und das Auftreten von neuartigen Infektionen, die in unsere Breiten eingeschleppt werden und sich im Zuge des Klimawandels etablieren könnten, genannt.
Kontakt zur Fachstelle Umweltmedizin
Die Fachstelle Umweltmedizin bietet seit August 2023 jeden Dienstag von 13 bis 16 Uhr eine umweltmedizinische Beratung im Gesundheitsamt (Kreishaus Jülicher Ring) an. Termine können unter umweltmedizin@kreis-euskirchen.de vereinbart werden.
