
Über 300 Sturm-Einsätze - keine Verletzten
Stand 18 Uhr
Sturmtief Sabine ist zwar aus dem Kreis Euskirchen abgezogen. Die Rettungskräfte haben aber immer noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Über 300 sturmbedingte Einsätze hat die Leitstelle des Kreises Euskirchen seit Sonntagnachmittag registriert. Verteilt über das gesamte Kreisgebiet, sagt der Chef der Leitstelle, Martin Fährmann. Insgesamt waren im Kreis Euskirchen genau 1.111 Feuerwehrmänner und –frauen im Einsatz. Dazu noch Mitglieder verschiedener Hilfsorganisationen und des THW.
Das Betreten der Wälder bleibt weiter gefährlich.
Darauf weist der Nationalpark Eifel hin. Dort sind am Sonntag und in der Nacht zu Montag unzählige Bäume entwurzelt worden. Wegen des zunehmenden Anteils von alten Bäumen im Nationalpark könnten häufiger als in anderen Wäldern Äste und ganze Bäume auf den Weg stürzen. Bis die Mitarbeiter des Nationalparks die Wege wieder geräumt und Gefahrenstellen beseitigt haben, könne es noch einige Tagen dauern. Auch der Landesbetrieb Holz warnt vor dem Betreten der Wälder. Wie massiv die Schäden insgesamt sind, ist noch unklar.
Stand 16 Uhr
Der Kreis Euskirchen hat eine aktualisierte Liste zu den Straßensperrungen veröffentlicht:
o K 43 Hüngersdorf-Ripsdorf ist wieder frei
o K 45 Eschweiler – Weiler am Berge: Freigabe erfolgt am Dienstag
o K 50 Hummerzheim – Odesheim ist wieder frei
o K 57 Daubiansmühle – Kreisgrenze: Freigabe erfolgt am Dienstag
o K 59 Zingsheim – Nettersheim: Freigabe erfolgt am Dienstag
o K 69 Nonnenbach – Ahrmühle: Nonnenbach bis Café Maus gesperrt
o K 76 Paulushof – L204 (Schmidtheim): Freigabe erfolgt am Dienstag
o K 79 Tondorf – Falkenberg: ist wieder frei
o NEU: K 71 von L115 – Richtung Reetz: Freigabe erfolgt am Dienstag
Die Stadt Mechernich informiert darüber, dass der Mechernicher Weg zwischen Mechernich und Kommern voraussichtlich noch bis in die Abendstunden gesperrt bleibt.
Stand 15 Uhr
74 Gefahrenstellen und 14 Straßensperrungen – aber keine Verletzten und auch keine größeren Schäden. Diese vorläufige Bilanz hat die Kreispolizei Euskirchen am Nachmittag nach Sturm Sabine gezogen. Laut Polizeisprecher Franz Küpper haben die Informationen im Vorfeld positive Wirkung gezeigt. Bei der Bahn nimmt nun auch die Linie RB 23 / S 23 den Betrieb zwischen Bonn Hbf und Bad Münstereifel mit reduzierter Geschwindigkeit wieder auf.
Stand 14 Uhr
Auch die Linie RB 22 / RE 12 nimmt den Betrieb zwischen Köln, Euskirchen und Trier Hbf mit reduzierter Geschwindigkeit wieder auf, heißt es von der Bahn. Auch hier kommt es noch zu Verspätungen und Teilausfällen. Der Stromversorger Westnetz hat die nach dem Sturm gekappten Leitungen im Kreis Euskirchen weitgehend wieder repariert. Schon in der Nacht waren 15 zusätzliche Monteure im Einsatz, sagte uns eine Sprecherin. In Zülpich-Juntersdorf ist der Strom seit dem Mittag wieder da. In Bad Münstereifel im Glückstal und zwei Aussiedlerhöfen in Schwerfen soll der Strom mittlerwile auch wieder fließen. Laut Westnetz wurden mehrere Ersatzmasten aufgestellt, zum Teil werden derzeit auch noch Aggregate eingesetzt.
Stand 13 Uhr
Nach Angaben der Bahn nimmt die Linie RB 24 den Betrieb zwischen Köln und Kall mit reduzierter Geschwindigkeit wieder auf. In der Folge kommt es zu Verspätungen und Teilausfällen. Die Bahn rät dazu, Reiseverbindung vor Abfahrt des Zuges zu prüfen.
Die Hauptschule in Hellenthal wird auch am Dienstag zu bleiben. Nach Angaben des Schulleiters wäre eine Öffnung wegen der laufenden Fassadenarbeiten zu gefährlich. Hier könnten möglicherweise noch Teile vom Sturm hinuntergeweht werden. Die Gesamtschule Euskirchen bleibt sogar bis einschließlich Mittwoch geschlossen. Nach Angaben der Stadt drohen hier an den älteren Gebäuden Dachziegeln herabzufallen. Auch Lehrkräfte werden deshalb aus Sicherheitsgründen nicht vor Ort sein, so dass Schüler vor Ort nicht betreut werden können. Hier soll der Unterricht am Donnerstag wieder aufgenommen werden.
Stand 10 Uhr
Der große Stromausfall vom Abend beschäftigt weiterhin die Techniker. Denn es gibt immer noch einige Haushalte ohne Strom. Betroffen sind Zülpich-Juntersdorf, Bad Münstereifel im Glückstal und zwei Aussiedlerhöfe in Schwerfen. Das hat das Unternehmen Westnetz auf Radio Euskirchen Anfrage mitgeteilt. Es werde fieberhaft mit den Monteuren daran gearbeitet, die Störung zu beheben, heißt es.Voraussichtlich am frühen Nachmittag werden neue Masten aufgestellt. Als Grund für den Sromausfall werden umgestürzte Bäume und auch abgeknickte Masten genannt.
Stand 6 Uhr
Bisher gab es 242 Einsätze, meldet die Rettungsleitstelle des Kreises. Es waren bisher 1.111 Kräfte im Einsatz. Während es rund um Bad Münstereifel, Mechernich, Euskirchen, Zülpich und Schleiden viele Einsätze gab, blieb es in Dahlem eher ruhig.
Stand 03:50 Uhr
Die Einsatzzahlen gehen jetzt deutlich zurück. Bis jetzt hat die Rettungsleitstelle des Kreises rund 187 Einsätze insgesamt gezählt. Knapp 1.000 Rettungshelfer waren seit Sonntagnachmittag im Einsatz, Verletzte oder schwere Unfälle habe es nicht gegeben. Einige Dächer seien in der Nacht zum Montag weg geflogen. Dazu gehörte auch das gesamte Dach einer Firma in Obergartzem, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Welche Straßen auch am Montagmorgen noch gesperrt bleiben, zeigt sich in den nächsten Stunden.
Stand 00:10 Uhr
Die Warnung für Bad Münstereifel ist seit einigen Minuten aufgehoben. Alle Haushalte müssten wieder Strom haben, heißt es vom Kreis. Langsam lassen die Notrufe nach, sagt die Leitstelle. Aber es gebe weiter viel zun tun, überall im Kreis Euskirchen verstreut müssen Einsatzkräfte durch den Sturm weiter ausrücken. In Hellenthal, Schleiden, Kall, aber auch im Euskirchener Raum. Ein Schwerpunkt sei gar nicht auszumachen, sagte uns ein Sprecher. Einige Straßen sind immer noch gesperrt und bleiben es voraussichtlich noch am Vormittag. Gerade ist die Lage noch unübersichtlich. Vor allem jetzt kurz nach Mitternacht rechnet der Deutsche Wetterdienst mit dem Höhepunkt des Sturms.
Stand 21:15 Uhr
Bis jetzt waren fast 900 Rettungskräfte im Einsatz, sagte uns gerade ein Sprecher der Kreisleitstelle. Bis etwa 20 Uhr waren es im Kreisgebiet 157 Einsätze. Die meisten Orte haben mittlerweile wieder Strom. Die Polizei sagt, darunter zählen Bad Münstereifel und Zülpich-Schwerfen. In den Höhengebieten kann es noch Probleme geben. Verletzte oder Unfälle habe es bisher nicht gegeben. Die Bahntrasse auf Höhe von Stotzheim ist durch einen umgekippten Baum aktuell gesperrt.
Stand 20:40 Uhr
Die Warn-App NINA meldet jetzt auch den Ausfall der Stromversorgung in Teilen des Stadtgebiets Bad Münstereifel. Die Notrufnummer 112 kann ausgefallen sein, heißt es in der Warnmeldung. Die örtlichen Feuerwehrgerätehäuser sind für den Notfall besetzt. Bei Bedarf unbedingt Nachbarn informieren und Hilfe leisten.
Stand 19:00 Uhr
Tausende Anwohner im Kreisgebiet Euskirchen sind jetzt ohne Strom. Das betrifft viele Orte im Bereich Bad Münstereifel, rund 1.000 Menschen sind ohne Strom. In Schönau und Vollmert zum Beispiel. In Füssenich 800. In Zülpich-Schwerfen sind 1.500 Menschen davon betroffen. In Obergartzem sind es 1.000. Nach Polizeiaussagen arbeiten die Feuerwehr und Westnetz daran, das Stromnetz wieder aufzubauen.
Stand 18:20 Uhr
Alle Feuerwehr-Koordinierungsstellen sind jetzt aktiv - überall im Kreis Euskirchen. Schwerpunkte der Einsätze sind gerade Mechernich, Nettersheim und Bad Münstereifel. Auch in Zülpich muss die Feuerwehr jetzt langsam häufiger ausrücken.
Stand 17.30 Uhr
Bis jetzt hat die Leitstelle des Kreises Euskirchen 96 Einsätze gezählt, darunter vor allem umgekippte Bäume. Starke orkanartige Böen sind im Kreis Euskirchen angekommen. Bisher hat es keine Unfälle und Verletzten gegeben. Bauzäune sind aber fliegen gegangen und gegen Autos geprallt. Dachziegel sind vom Dach geflogen. Auch mehrere Bäume sind schon umgekippt, sagt di Polizei auf Radio Euskirchen Nachfrage. Vor allem im Südkreis sei das der Fall. Am Sonntagnachmittag ist die Feuerwehr gegen 16:30 Uhr zur L 110 ausgerückt. Bei Hellenthal-Neuhaus gab es eine Sperrung durch Bäume, die weggeräumt werden mussten. Auch an der B 266 beim Mühlenpark war ein Einsatz, an der L 113 und auch an der Steinbachtalsperre. Im Gemeindegebiet Nettersheim gab es am Nachmittag gegen 17:20 Uhr zwei Vollsperrungen. An der K 59 zwischen Nettersheim und Zingsheim sowie an der K 79 zwischen Tondorf und Falkenberg.
Die Rettungsleitstelle meldet steigende Einsatzzahlen seit Sonntagnachmittag.
Stand 16:00 Uhr
Die Kreispolizei schließt sich jetzt der Warnung des Deutschen Wetterdienstes an:
"Wir raten, die Wetterlage im Auge zu behalten. Meiden Sie bei entsprechend stürmischen Winden den Aufenthalt im Freien und bleiben Sie in geschlossenen Räumen", sagt die Polizei.
Schulen bleiben Montag in Hellenthal und Bad Münstereifel geschlossen
Alle Schulen im Gemeindegebiet Hellenthal bleiben am Montag geschlossen. Das hat Bürgermeister Rudolf Westerburg gemeinsam mit den Schulleitungen entschieden.
Auch eine Stadtsprecherin aus Bad Münstereifel teilt jetzt mit, dass nicht nur das St.-Angela-Gymnasium geschlossen bleibt. Wegen des Orkantiefs werden alle städtischen Schulen geschlossen bleiben. In Bad Münstereifel werden außerdem keine Schulbusse fahren. Für die Kinder, die trotzdem zur Schule kommen, wird Betreuungspersonal bereit stehen. Auch die Kitas der AWO reagieren auf die Warnung des Deutschen Wetterdienstes. Von der AWO heißt es, die meisten städischen AWO-Kitas werden aus Sicherheitsgründen nicht aufmachen.
Der ADAC Nordrhein warnt davor, bei dem Sturm ins Auto zu steigen. Wer nicht drum herum kommt, soll möglichst defensiv fahren, Geschwindigkeit reduzieren. Äste und Bäume könnten Straßen blockieren. In den Wäldern sollen sich möglichst keine Menschen aufhalten, sagen auch Wald-Experten vom Nationalpark Eifel.
Bahnverkehr überall in NRW eingestellt
Der Fernverkehr und Regionalzüge fallen seit Sonntagabend aus. Reisende können ihre Tickets noch einige Tage stornieren. Wenn möglich sollen sie Reisen erst ab Dienstag antreten. MehrereFlugzeuge an Flughäfen konnten am Sonntag nicht starten. Betroffen ist auch der Flughafen Köln/Bonn. Reisende sollen die Airlines kontaktieren, bevor sie zum Flughafen aufbrechen.
Fußball-Derby verschoben: Der 1. FC Köln konnte nicht gegen Borussia Mönchengladbach antreten. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Auch in Euskirchen ist eine Sportveranstaltung ausgefallen. Aufgrund des drohenden Sturmtiefs wurden die LVN-Crossmeisterschaften am Sonntag in Euskirchen abgesagt.
Veröffentlicht: Sonntag, 09.02.2020 16:55