
Studie: Erhöhte Bleiwerte bei Kindern festgestellt
Bei Kindern und Jugendlichen in Mechernich und Kall ist die Bleibelastung im Blut erhöht. Das ist das zentrale Ergebnis einer im Juli durchgeführten repräsentativen Studie. Das hat der Kreis Euskirchen am Donnerstag mitgeteilt.
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.08.2021 13:41
Im Aachener Klinikum wurde das Blut von 182 Kindern und Jugendlichen aus Kall und Mechernich untersucht. Bei 32 von ihnen lagen die Bleiwerte über dem Referenzwert. Das sind fast 18 Prozent. Laut Kreis ist sonst ein Wert von fünf Prozent an Referenzwertüberschreitungen normal. Der Leiter des Euskirchener Kreisgesundheitsamtes, Ramolla, hatte auf ein besseres Ergebnis gehofft, sagte er im Radio Euskirchen Interview:
In Mechernich und Kall ist bekanntermaßen ein Bleibelastungsgebiet, weshalb die Wahrscheinlichkeit auch hoch war, dass dort die Kinder mehr Blei im Körper haben, als in anderen Regionen Deutschlands, wo dieses Problem nicht vorherrscht. Dennoch hatten wir natürlich die Hoffnung, dass die bisherigen Präventionsmaßnahmen dazu geführt haben, dass wir eben solch ein Ergebnis nicht messen müssen.
Als Risikofaktor wird unter anderem das Essen von Gemüse aus dem Garten angesehen. Es gibt jetzt Planungen, in Schulen und Kitas darüber zu informieren, wie eine Bleiaufnahme in den Körper vermieden werden kann.
Für die Teilnahme an der repräsentativen Studie sind vom Kreis insgesamt 1.182 Kinder/Jugendliche angeschrieben worden, von denen rund 200 ihre Bereitschaft erklärt haben. Sie kamen aus nahezu allen Ortsteilen von Mechernich und Kall, unabhängig von der jeweiligen Bleibelastung der Böden.