
Expertinnen und Experten des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ist ein bedeutender archäologischer Fund in Blankenheim gelungen. Direkt unter dem heutigen Bolzplatz an der Burg Blankenheim konnten die Forscher die Überreste eines fast 300 Jahre alten Barockgartens nachweisen.
Diese Entdeckung wird von Fachleuten als echte Sensation eingestuft, da die Reste der Anlage außergewöhnlich gut erhalten sind. Besonders beeindruckend ist, dass für diesen Nachweis keine einzige Schaufel Erde bewegt werden musste. Die Archäologen setzten stattdessen auf hochmodernes Bodenradar, um tief in den Untergrund zu blicken. Durch diese Technik wurden die historischen Strukturen unter der Grasnarbe für das menschliche Auge wieder erkennbar.
Details der historischen Gartenanlage an der Burg
Die Bilder des Bodenradars zeigen die damalige Gartenkunst. Sichtbar wurden unter anderem ein aufwendig verziertes Beetmuster, historische Wege und sogar die Grundmauern eines ehemaligen Wasserbeckens. Professor Leo Klinke vom Amt für Bodendenkmalpflege des LVR leitete die speziellen Untersuchungen vor Ort.
„Mit diesem angelegten Garten seien die Grafen damals im Spätmittelalter am Puls der Zeit gewesen.“
Nach dem Erfolg plant das Team nun, auch die restliche Fläche des ehemaligen Gartengeländes genauer zu untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen die große historische Bedeutung der Burg Blankenheim für die gesamte Region.
Die Forscher wollten ursprünglich den genauen Verlauf der historischen Druckwasserleitung zur Burg klären, von der noch Teilstücke fehlen. Zwischen der Quelle und der Burg Blankenheim ist auf den letzten 200 Metern bisher unklar, wo genau die Leitung verlief.