
Schoeller in Hellenthal streicht 220 Jobs
In Hellenthal verliert jeder fünfte Mitarbeiter des Schoeller-Werks in den nächsten Jahren seinen Job. Wie die Geschäftsführung des Röhrenherstellers mitteilt, trenne sich das Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren von 220 Mitarbeitern. Teils auch durch betriebsbedingte Kündigungen.
Derzeit läuft es bei Schoeller nicht perfekt. Grund ist die schwächelnde Konjunktur in der Automobilindustrie. Sie ist wichtigster Kunde des Werks. Die Nachfrage nach den in Hellenthal gefertigten Edelstahlrohren sinkt. Seit Oktober sind die Mitarbeiter bereits in Kurzarbeit. Höchste Priorität habe die Standortsicherung teilen die Chefs mit. Dazu werde es mit dem Betriebsrat einen Plan geben, um den Stellenabbau sozialverträglich umzusetzen. Schoeller hofft mit weniger Mitarbeitern und besseren Produktionsprozessen wieder besser dazustehen. Trotz Stellenabbau will Schoeller zweistellige Millionenbeträge in das Werk stecken.
Der Schoeller-Betriebsrat hat enttäuscht auf die Pläne des Unternehmens reagiert. Betriebsrat Weimbs sagte auf Radio Euskirchen Anfrage:
"Der Abbau von 220 Stellen ist nicht das, was wir wollen".
Die Entscheidung der Geschäftsführung überrasche. Weimbs geht davon aus, dass Schoeller ein in Thüringen übernommenes Werk nutzen wolle, um günstiger produzieren zu können. Dort gebe es keinen Tarifvertrag oder Betriebsrat. Schoeller macht in Hellenthal die Sparte des Stangenrohrzugs dicht. Daran hängen 120 Arbeitsplätze. Schon im Dezember hatte die Geschäftsführung die Entlassung von 100 weiteren Arbeitsplätzen beschlossen. Der Betriebsrat kritisiert, vorab nicht in die Überlegungen einbezogen worden zu sein. Er fordert jetzt Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessensausgleich für die Beschäftigten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 04.03.2020 14:17