
Richter zweifelt an Vorgeschichte
Im Prozess um einen versuchten Mord am Urftsee bei Gemünd hat am Dienstag das Opfer am Aachener Landgericht ausgesagt. Der 40-jährige Mann schilderte, wie die beiden Angeklagten ihn mit einem dicken Tau an einen Kleintransporter gebunden und dann Gas gegeben hätten. Der Mann berichtete auch von seinen Qualen: Er habe sich an dem Seil gedreht und überschlagen, habe vor Schmerzen geschrien. Dann hätte er sich tot gestellt, damit die Angeklagten aufhörten.
Der Richter zweifelte an der vom Opfer geschilderten Vorgeschichte zur Tat. Der 40-Jährige hatte angegeben, die beiden Angeklagten hätten ihm bei einem Trinkgelage vorgeworfen, sie bestohlen zu haben. Der Richter hielt ein kriminelles Geschäft im Hintergrund für möglich, wie er deutlich machte. Einer der Angeklagten hatte bei der Polizei ausgesagt, das Opfer habe sie unter dem Versprechen eines Handy-Geschäfts an die Talsperre gelockt. Als dort zwei Männer zu viel Geld für ein Handy haben wollten, hätten sie die zwei und das Opfer zusammengeschlagen und seien weggefahren. In dem Prozess werden noch weitere Zeugen aussagen.
Veröffentlicht: Dienstag, 22.10.2019 15:38