Anzeige
Recyclingfirma muss nach großer Explosion nicht zahlen
Teilen:

Recyclingfirma muss nach großer Explosion nicht zahlen

Fünf Jahre nach der Explosion in Euskirchen: Recyclingunternehmen muss nicht für Schäden zahlen

Die beiden Gebäudeversicherer sind als Kläger Freitag vor dem Bundesgerichtshof gescheitert. Fünf Jahre nach der Bomben-Explosion in Euskirchen mit einem Toten und 13 Verletzten ist Freitag ein Urteil gefallen. Jetzt steht fest: Das Recycling-Unternehmen muss nicht für die Schäden zahlen.

Viele Menschen im Kreis Euskirchen erinnern sich noch an die verheerende Explosion auf einem Recyclinghof vor fünf Jahren. Ein Baggerfahrer in Euskirchen war beim Zerkleinern von Bauschutt auf eine Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen ist. Der Baggerfahrer starb, 13 Menschen wurden verletzt.

Die Fliegerbombe in Euskirchen war Freitag Thema im Bundesgerichtshof. Er hat das Urteil zu Haftungsfragen nach der Explosion verkündet. Wer muss für die Schäden zahlen? Das war die große Frage, denn zwei Gebäudeversicherer hatten Schadenersatz gefordert. Mehr als eine Million Euro. Mit dieser Forderung waren sie allerdings vorher schon zweimal vor Gericht gescheitert. Jetzt ein drittes Mal in letzter Instanz.

Das Oberlandesgericht in Köln hatte zuvor unter anderem gesagt, dass die Luftmine nur zufällig auf dem Grundstück explodiert ist. Das Unternehmen sei deswegen nicht verpflichtet gewesen, den Bauschutt nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen. Die Meinung vertritt auch der Bundesgerichtshof. Freitagmorgen hieß es in der Urteilsbegründung: "Angesichts der sehr geringen Wahrscheinlichkeit von Bomben in zu recycelnden Betonteilen ist auch von einem verständigen, umsichtigen, vorsichtigen und gewissenhaften Betreiber eines Bauschutt recycelnden Unternehmens eine generelle Untersuchung dieser Stoffe auf Explosivkörper nicht zu verlangen." Die Schäden nach der Explosion damals waren sehr groß. Im Umkreis von mehreren hundert Metern wurden Häuser und Autos beschädigt.

Veröffentlicht: Freitag, 05.07.2019 04:39

Anzeige
Anzeige
Anzeige