
Notruf 112: Neue Leitstelle für den Kreis Euskirchen
Die Feuer- und Rettungsleitstelle im Kreis Euskirchen zieht in einen hochmodernen Anbau des Kreishauses um. Die neue Leitstelle verspricht nicht nur mehr Kapazität, sondern auch eine verbesserte Vorbereitung auf Großlagen.
Veröffentlicht: Montag, 10.03.2025 06:09
Modernere Technik und bessere Ausstattung für 24-Stunden-Schichten
Die Feuer- und Rettungsleitstelle im Kreis Euskirchen bezieht ihren neuen Standort im Anbau des Kreishauses. Der Umzug markiert einen wichtigen Schritt in der Modernisierung der Notfallinfrastruktur bei uns im Kreis. Dass das notwendig ist, zeigen die Zahlen: Vor etwa 50 Jahren verzeichnete der Kreis rund 4.000 Einsätze jährlich, heute sind es 42.000. Um dieser steigenden Nachfrage gerecht zu werden, bietet die neue Leitstelle nun doppelt so viele Arbeitsplätze – insgesamt elf, plus Reserveplätze. In einer normalen 24-Stunden-Schicht arbeiten fünf Mitarbeiter, die Notrufe bearbeiten, während ein weiterer sich um Krankentransporte kümmert.
"Vorher hatten wir völlig beengte Verhältnisse." - Landrat Markus Ramers (SPD)
Viereinhalb Millionen Euro alleine für die Technik
Landrat Markus Ramers betont, dass die neue Leitstelle nun besser auf Großlagen wie die Flutkatastrophe eingestellt ist. "Vorher hatten wir völlig beengte Verhältnisse. Die große Anzahl an Notrufen bei der Flut hätte auch die Leitstelle in Berlin nicht bewältigen können. Aber wir hatten auch Kommunikationsausfälle. Und mit der neuen Leitstelle sind wir da besser aufgestellt." Die Investition in die Technik der Leitstelle beläuft sich auf viereinhalb Millionen Euro, eine Summe, die laut Ramers gut angelegt ist.
Führungsstab und Krisenstab werden aufgezeichnet
Bei besonders großen Lage und Katastrophen übernimmt im Kreis Euskirchen generell der Führungsstab die Einsatzleitung. Dieser ist in so einer Situation ständig besetzt - in einem Nebenraum der Leitstelle. Eine Besonderheit hier: Es gibt sowohl beim Führungsstab als auch beim größeren Krisenstab ein paar Räume weiter spezielle Mikrofone und Kameras. Diese dienen laut dem Kreis dazu, jedes Wort und jede Bewegung in den Stäben aufzuzeichnen. So soll später bei der Aufarbeitung einer Katastrophe eine lückenlose Dokumentation vorgewiesen werden können.
Besonderer Schutz vor Angriffen für die neue Leitstelle - Warnung über Radio Euskirchen
Die neue Leitstelle ist nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, sondern auch besonders geschützt. Schusssichere Türen und Fenster sowie ein spezieller Schutz vor Cyberattacken sorgen für Sicherheit. Technisch hat die Leitstelle nun auch die Möglichkeit, sich künftig direkt in das Programm von Radio Euskirchen aufzuschalten, um Warnungen an die Bevölkerung zu übermitteln.
Für Sonntag, den 30. März, plant der Kreis Euskirchen einen Tag der offenen Tür im Kreishausanbau. Auch Führungen durch die Leitstelle sollen mit Voranmeldung ermöglicht werden. Die genauen Details will der Kreis noch bekanntgeben.


