
Neue Erkenntnisse rund um Bestechungsvorwürfe in der JVA Euskirchen
Der Skandal rund um die JVA Euskirchen beschäftigt weiter die Justiz und Politik. Jetzt gibt es aber zumindest bei den verschwundenen Generalschlüsseln Entwarnung für die anderen Gefängnisse in NRW.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.05.2026 05:11
Nach einer landesweiten Überprüfung seien keine vergleichbaren Fälle entdeckt worden, hat Justizminister Limbach gestern im Rechtsausschuss des Landtags mitgeteilt. In Euskirchen waren zuvor zwei elektronische Generalschlüssel manipuliert worden. Dabei war laut Ermittlern das Innenleben der Transponder ausgetauscht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb weiter – unter anderem wegen möglicher Zusammenhänge mit dem Bestechungsskandal in der JVA. Dort stehen mehrere Mitarbeitende im Verdacht, Häftlingen gegen Geld Vorteile verschafft zu haben – etwa Freigänge, Hafturlaube oder Hinweise auf Kontrollen. Dahinter soll ein regelrechtes System gesteckt haben. Die Rede ist von monatlichen Zahlungen für Warnungen vor Kontrollen und sogar von gefälschten Arbeitsstellen oder Meldeadressen, damit Häftlinge ihre Strafe in Euskirchen absitzen konnten. Laut eines Interviews des WDR mit einem ehemaligen Häftling aus Euskirchen, habe er schon vor über 20 Jahren Bestechung beobachtet.
Fall wird immer kurioser
Die Staatsanwaltschaft in Bonn hat jetzt bestätigt, dass ein Häftling wohl abends in einem Auto geblitzt wurde – eigentlich hätte er zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder in seiner Zelle sein müssen. Laut weiteren Berichten des „Kölner Stadt-Anzeigers” soll er dabei sogar in einem Luxusauto unterwegs gewesen sein. Gegen diesen Häftling sowie gegen zwei weitere ehemalige Insassen wird aktuell ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat allerdings bekannt gegeben, dass auch die Akten weiterer Gefangener sichergestellt wurden.