
Museum zeigt historische Gebetbücher aus Zülpich
Historische Funde aus Zülpich sind jetzt im LVR-Landesmuseum in Bonn zu sehen. Es handelt sich um Fragmente jüdischer Gebetbücher. Sie waren im März vor einem Jahr bei Straßenarbeiten entdeckt worden. Sie wurden jetzt als „Fund des Monats“ vorgestellt.
Veröffentlicht: Freitag, 10.12.2021 05:35
Die Fundumstände deuten darauf hin, dass die Gebetbücher während des zweiten Weltkriegs vergraben wurden. Die Recherchen der Stadt Zülpich können sie konkret mit jüdischen Einzelschicksalen in Verbindung bringen. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte da, wo die Straße verläuft, ein Haus mit Ställen und Schuppen gestanden. Laut Hans-Gerd Dick, Kulturreferent der Stadt Zülpich, wurde unter den Dielenboden eines solchen Stalles ein Depot geschaffen. Dort wurden jüdische Gebetbücher versenkt, um sie zu verstecken. Die Familie Sommer und weitere jüdische Familien, die dort gewohnt hatten, waren 1942 deportiert und ermordet worden. Hans-Gerd Dick will sich dafür einsetzen, dass diese Funde auch im Museum in Zülpich ausgestellt werden.



