
Mehr Impfmuffel bereiten AOK Sorgen
Der Kreis Euskirchen impft sich zu wenig. So seien etwa 15 Prozent der Kinder bei uns nicht ausreichend gegen Masern geimpft. Das teilt die AOK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit.
Um die Masern auszurotten dürfen es, laut Weltgesundheitsorganisation nur fünf Prozent sein, die nicht geeimpft sind. Aber auch Erwachsene lassen sich nicht besonders oft impfen. Von den über 60-jährigen im Kreis Euskirchen habe etwa nur ein Drittel eine Grippeimpfung. Grade die werde aber laut Helmut Schneider von der AOK Euskirchen immer wichtiger:
"Wenn wir uns nur vorstellen, dass im nächsten Winter viele Menschen an der Grippe erkranken und stationär behandelt werden müssen. Und wenn dann auch noch viele Menschen wieder an Corona erkranken und ins Krankenhaus müssen, dann können unsere Gesundheitssysteme an Grenzen kommen, bei denen wir nicht wissen, ob wir alle betroffenen Menschen wirkungsvoll behandeln können."
Die AOK hofft daher, dass sich auch wegen Corona diese Saison mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen.
Veröffentlicht: Freitag, 04.09.2020 09:02
Die AOK hat sich auch andere Gesundheitsbereiche angeschaut. So sei fast die Hälfte aller Behandlungen in Notaufnahmen des Kreis Euskirchens unnötig. Fast jede zweite Behandlung in einer Notaufnahme könne laut AOK auch von einem Haus- oder Facharzt übernommen werden.
Grund für den Gang in die Notaufnahme seien unter anderem auch zu lange Wartezeiten bei Fachärzten. Die schwere der Erkrankungen hänge außerdem auch vom sozialen Status der Betroffenen ab. Diabetes, Asthma oder Übergewicht treten öfter bei Empfängern von Arbeitslosengeld II auf.
Erste Untersuchungen der Krankenkasse zeigen, dass sozial schlechter gestellte Menschen auch häufiger und schwerer an COVID-19 erkranken.