
Kritik an Krankenhausreform
Bund und Länder haben sich diese Woche auf Eckpunkte für eine Krankenhausreform geeinigt. Statt die Krankenhäuser hauptsächlich über Pauschalen für Patienten zu finanzieren soll es künftig mehr Geld dafür geben, dass die Krankenhäuser da sind und freie Betten haben. Wirklich begeistert darüber sind die Kliniken bei uns aber nicht.
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.07.2023 05:11
Das Marienhospital in Euskirchen sieht sich ganz gut aufgestellt, weil sie sich erst vor kurzem mit den Krankenkassen und Behörden im Rahmen der Krankenhausplanung in NRW geeinigt haben.
Allerdings gibt es noch keine konkreten Zahlen zur Finanzierung nach der neuen Reform. Deshalb warten sie erstmal ab, was genau das Gesundheitsministerium vorschlägt. Die Reform soll ja erst in anderthalb Jahren in Kraft treten.
Auch das Kreiskrankenhaus in Mechernich wartet erstmal auf konkrete Änderungen. Allerdings sind sie etwas pessimistischer. Sie glauben die Reform wird das Problem der chronischen Unterfinanzierung nicht lösen.
Gesundheitspolitiker befürchten, dass es in Deutschland bald weniger Krankenhäuser geben wird. Das Kreiskrankenhaus in Mechernich glaubt, dass ihr Haus notwendig für eine wohnortnahe Versorgung ist. Die Geschäftsführung sagte auf Radio Euskirchen Nachfrage, dass sie trotzdem mit den aktuellen schlechten Rahmenbedingungen zu kämpfen haben. Sie finden die Reform also dringend notwendig.
Auch die Geschäftsführung des Marienhospitals hat keine Angst schließen zu müssen. Sie seien systemrelevant.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass vor allem kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum schließen müssen. Beide Krankenhäuser bei uns sind mit über 400 Betten aber deutlich größer als eine durchschnittliche Klinik in Deutschland.