
In Kall hat sich der Gemeinderat einstimmig gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Hellenthal ausgesprochen. Eine Vorstudie beziffert den Wiederaufbau der bei der Flut 2021 stark zerstörten Strecke auf rund 75,5 Millionen Euro. Schätzungen, die weitere notwendige Maßnahmen einbeziehen, liegen bei mehr als 160 Millionen Euro. Bürgermeister Emmanuel Kunz hält das angesichts der Haushaltslage für den falschen Weg. Die Gemeinde befürchtet außerdem lange Rückstaus an Bahnübergängen, besonders an der Aachener Straße. Auch der geplante barrierefreie Umbau des Bahnhofs Kall könnte durch die Reaktivierung erschwert werden.
Ausbau des Busnetzes und Radweg als mögliche Alternativen
Stattdessen will der Rat den Busverkehr zwischen Kall, Schleiden und Hellenthal mit besseren Takten und Anschlüssen weiterentwickeln. In der Bahntrasse sieht die Gemeinde zudem die Möglichkeit für einen kreuzungsarmen Radweg durch das Schleidener Tal mit touristischem Potenzial bis zum belgisch-luxemburgischen Radnetz. Der Rat fordert Kreis, Land und go.Rheinland auf, die Reaktivierungspläne nicht weiterzuverfolgen und Busnetz und Radweg in die Überlegungen einzubeziehen.