
JVA Euskirchen: Weitere Enthüllungen
Der Bestechungsverdacht in der JVA Euskirchen zieht jetzt auch weitere Kreise. Nachdem bekannt wurde, dass in der JVA Euskirchen auch zwei elektronische Generalschlüssel verschwunden sind, hat das Folgen für alle Gefängnisse.
Veröffentlicht: Donnerstag, 14.05.2026 11:39
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Justizkreisen erfuhr, wurden wegen der Entdeckung in Euskirchen inzwischen alle Gefängnisleitungen in NRW angewiesen, auch ihre elektronischen Schließsysteme zu überprüfen. So soll ausgeschlossen werden, dass es weitere manipulierte Transponder gibt.
Ein Schlüssel wurde benutzt
Nach dpa-Informationen waren Unregelmäßigkeiten an der Schließanlage aufgefallen. Es kam demnach heraus, dass ein Schloss der JVA mit einem Feuerwehr-Transponder geöffnet worden war. Dieser sollte eigentlich zusammen mit weiteren Exemplaren in einem verschlossenen Koffer für den Notfall aufbewahrt werden. Als man alle Transponder in dem Koffer untersuchte, kam heraus, dass bei zweien jeweils das Original-Innenleben verschwunden und gegen andere Teile ausgetauscht worden war.
Ermittlungen laufen weiter
Ob der Vorgang mit den Bestechungsvorwürfen gegen acht Bedienstete der JVA Euskirchen zusammenhängt, ist Teil der Ermittlungen. Die Gefängnismitarbeiter stehen im Verdacht, Häftlingen gegen Geld Hafterleichterungen gewährt zu haben - etwa Ausgang, Hafturlaube oder Hinweise auf Kontrollen. Zudem werde gegen drei ehemals dort inhaftierte Männer ermittelt.
Öffentlich wurde der Fall Anfang Mai (06.05.), als es eine große Durchsuchungsaktion in Euskirchen gab. Am Dienstag (12.05.) hat sich in einer Sondersitzung der Rechtsausschuss im Düsseldorfer Landtag mit dem Fall beschäftigt.