
Das Bürgerbüro musste alle Termine absagen, weil es nicht arbeiten könne, sagt Bürgermeister Ingo Pfennings. Er geht von einem längeren Ausfall der Systeme aus. Pfennings ist froh, dass Schleiden nur das Bürgerbüro vom betroffenen IT-Dienstleister abwickeln lässt. Ansonsten wären die Auswirkungen und Ausfälle noch gravierender.
"Wir sind gerade in Gesprächen mit unseren Nachbarkommunen Kall und Hellenthal, ob sie uns in Notfällen unterstützen können. Beispielsweise, wenn jemand ins Ausland muss und kurzfristig Dokumente benötigt oder wenn es um Fristen geht. Ich denke, da wird uns kollegial geholfen."
Eine Prognose des IT-Dienstleiters gebe es bisher nicht, bestätigt auch die Stadt Euskirchen. Bei ihr funktioniert das Service-Portal des Bürgerbüros ebenfalls nicht. Solange nicht klar ist, wie lange das Problem besteht, vergebe das Euskirchener Bürgerbüro auch keine Termine mehr, sagt Stadtsprecherin Winter. Auch wenn das Standesamt ebenfalls betroffen sei, habe dies keine Auswirkungen auf Beisetzungen, Geburtsbescheinigungen oder Hochzeiten in dieser Woche.
Inzwischen könne die Stadt aber wieder E-Mails verschicken und empfangen.
Mehr als 70 Kommunen in NRW sind von der Cyberattacke betroffen. In der Nacht auf Sonntag hatte der Dienstleister den Cyberangriff entdeckt. Er ist Ziel eines sogenannten Erpressungstrojaners geworden. Die Cyberexperten der Kölner Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen übernommen.