
Gefangener der JVA Euskirchen mit Corona infiziert
Ein Gefangener der Justizvollzugsanstalt in Euskirchen ist mit dem Coronavirus infiziert. Es ist der erste Coronavirus-Fall im Strafvollzug des Landes NRW. Ein Sprecher des Justizvollzugsamtes in Düsseldorf hat uns den Coronafall am Mittwochmittag bestätigt.
Nach unseren Informationen geht es um einen 49-jährigen Mann. Er steht in seiner privaten Wohnung unter Quarantäne, da er ein Häftling aus dem offenen Vollzug ist. Der Mann muss eine Haftstrafe von mehr als vier Jahren absitzen, wegen Finanzdelikten. Der Mann soll nach aktuellen Informationen Kontakt zu vier weiteren Gefangenen gehabt haben. Diese Gefangenen befinden sich in einem extra Quarantäne-Bereich der JVA.
Veröffentlicht: Mittwoch, 01.04.2020 11:42
Die JVA hat nach eigener Aussage ein Hafthaus für diesen Fall leer geräumt. Mitarbeiter des Gefängnis müssten nicht in Qurantäne, da sie keinen engen Kontakt zu dem Infizierten hatten. In der JVA Euskirchen befinden sich aktuell 427 Häftlinge.
Um für genau so einen Fall Platz im Gefängnis zu haben, sollen bis zu 39 Gefangene der Euskirchener JVA eine Haftpause erhalten. Hintergrund war eine Regelung des NRW-Justizministeriums. Um Quarantäne-Zonen in den Gefängnissen zu schaffen, sollten Gefangene mit einer Höchststrafe von bis zu 18 Monaten eine Haft-Pause machen - in keinem Fall aber Sexualstraftäter.