
Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt die Städte und Gemeinden im Kreis Euskirchen vor ganz unterschiedliche Herausforderungen.
Nettersheim fordert das Land auf, dass die 750 Menschen aus der Flüchtlingseinrichtung in der ehemaligen Eifelhöhenklinik voll auf die Quote der Gemeinde angerechnet werden. Bisher zählt sie nur zu 50 Prozent und damit hätte Nettersheim sein Aufnahmesoll an Flüchtlingen bei weitem nicht erfüllt. Eine entsprechende Initiative aus Nettersheim und anderen kleineren Kommunen liege beim Familienministerium, sagt der für Integration zuständige Teamleiter der Gemeinde Nettersheim im Radio Euskirchen Gespräch. Er kritsiert zudem, dass die Landeszuschüsse, die es für die Flüchtlingsunterbringung gibt, aufgrund der Kostensteigerungen nicht mehr aussreichen.
Bad Münstereifel müsste hingegen noch rund 250 Menschen aufnehmen, um das Soll zu erfüllen. Allerdings sei die Quote noch nie voll ausgeschöpft worden, sagte ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Die Stadt sucht nach freien Unterkünften und Flächen, um dort Container-Häuser aufzubauen. Im Fokus steht dabei eine Fläche im Gewerbegebiet Bad Münstereifel. Dort soll ein Containerhaus entstehen. Der Stadtrat hatte im Mai eine entsprechende Suche nach freien Kapazitäten beschlossen.
Die kleinste Gemeinde in NRW, Dahlem, hat 145 Geflüchtete untergebracht. Das klappe in der Gemeinde ausgesprochen gut, sagt der Bürgermeister auf Radio Euskirchen Nachfrage. Alle Menschen lebten demnach in angemieteten Häusern und Wohnungen verteilt im gesamten Gemeindegebiet. Dahlem hat derzeit deutlich mehr Menschen untergebracht als auf dem Höhepunkt der syrischen Flüchtlingssituation 2016 - in Bad Münstereifel sind es derzeit noch etwas weniger Menschen als damals.