
Firma stellt Windpark-Pläne für Bad Münstereifel vor
Ein geplanter Windpark in Bad Münstereifel hat in den vergangenen Wochen einige Gemüter erhitzt. Am Mittwochabend hat die Windpark-Firma juwi ihr Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 100 Menschen haben an der Online-Veranstaltung teilgenommen. Sie konnten auch Fragen stellen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 10.12.2020 05:13
Dabei betonten die Verantwortlichen, dass das Projekt noch ganz am Anfang stehe und noch keine Entscheidungen gefallen seien. Konkret geht es um den Pfaffenbusch zwischen Bad Münstereifel-Hohn, Bouderath und Nöthen sowie Nettersheim-Pesch. Hier könnten nach Planungen von juwi drei Windräder gebaut werden. Sie sollen mindestens 20 Jahre lang Strom erzeugen, sagt Markus Pauly von juwi.
"Die Windkraftanlagen werden natürlich irgendwann zurückgebaut werden. Wir müssen schon bei der Genehmigung nachweisen, dass wir die Anlagen irgendwann zurückbauen können. Das Ganze wird über eine Rückbaubürgschaft festgelegt. Die Genehmigungsbehörde (Kreis Euskirchen, a.d.Red.) bestimmt die Höhe der Bürgschaft."
Widerstand gegen das Projekt gibt es nicht nur von einzelnen Stadtrats-Fraktionen. Auch einige Anwohner sind gegen das Projekt. Sie haben die Bürgerinitiative Gegenwind Bad Münstereifel gegründet. Sollte der Stadtrat nächste Woche den Plänen zustimmen, hat die Initiative ein Bürgerbegehren angekündigt. Dabei geht es zunächst nur um die Frage, ob die Stadt die beiden angefragten Flächen an juwi verpachtet. Das dritte Windrad soll auf einer privaten Fläche gebaut werden.
"Erst wenn ein Pachtvertrag vorliegt, kommen die nächsten Schritte", sagt die Projektleiterin Federica Pelzer. Also konkret die nötigen Genehmigungen und Gutachten.
Juwi erhofft sich Strom für bis zu 16.000 Haushalte mit den Windrädern zu erzeugen. Die Firma rechnet vor, dass sich dadurhc zehntausende Tonnen CO2 eingesparen ließen. Auch Stefan Lott vom Forstbetrieb Bad Münstereifel sieht Vorteile in dem Windpark-Projekt. So seien durch Borkenkäfer und Trockenheit große Teile des Stadtwaldes förmlich zerstört, sagt Lott:
"Durch die Borkenkäferkatastrophe geht die Klimaschutzleistung des Stadtwaldes rapide in die Knie. Hier ist es so, dass Windenergieanlagen die Klimaschutzleistungen kurzfristig wiederherstellen können ohne, dass wir jahrzehnte darauf warten müssen, bis der Wald wieder gewachsen ist."