
Oft wollen Betroffene ihre Belastung gar nicht wahrhaben. Aus einem vollgelaufenen Keller, in dem nichts mehr zu retten ist, wird dann ein "andere sind noch schlechter dran". "Betroffenheitsdiffusion" nennt sich dieses Phänomen und kommt vermehrt vor. Das liegt laut den Forschern daran, dass viele Menschen direkt nach der Flut noch gar keine Zeit hatten, die Ereignisse zu verarbeiten. So hätte es den größten Redebedarf auch erst drei Monate nach der Flut gegeben. Die Gesprächsangebote von Seelsorgern und Psychologen waren darauf nicht unbedingt ausgerichtet. Direkt nach der Flut war das Angebot zu groß, nach drei Monaten waren Angebote teilweise schon wieder eingestellt.
Komplett ausgewertet ist die Studie natürlich noch nicht. Die ersten Erkenntnisse zeigen aber schon Ansatzpunkte, wie man Betroffenen besser helfen kann.
Diese Erkenntnisse sollen nicht nur dem Kreis Euskirchen, sondern deutschlandweit helfen, nach Katastrophen die psychischen Folgen besser zu behandeln.