
Insgesamt ist die Ernte zwar besser ausgefallen, als die Landwirte zwischenzeitlich befürchtet hatten, trotzdem gab es große Unterschiede bei der Ernte - je nachdem wo und welche Sorten angebaut wurden. Das lag vor allem am Wetter, sagt der Kreisbauernvorsitzende Helmut Dahmen. Er bezeichnete die Ernte in diesem Jahr als "Achterbahnfahrt":
"Zunächst sah alles nach gutem Wetter aus und die Ernte hat gut begonnen. Vor allem der Nordkreis rund um Euskirchen und Zülpich konnte gut ernten mit teils guten Erträgen. Doch dann kam Ende Juli der erste Regen, der nicht nur ein Schauer war sondern sich über mehrere Wochen hingezogen hat."
Vor allem im Südkreis gab es zwischendurch Panik, weil die Ernte sich durch den Regen verzögert hat. Sowohl Menge als auch Qualität waren deshalb oft geringer als erwartet. Besonders schlecht ist in diesem Jahr die Ernte von Braugerste ausgefallen. Teils hätten die Landwirte die Felder garnicht mehr ernten können, sagt Dahmen.
Gefreut hätten sich die Landwirte dafür über die guten Erträge aus den frühen Getreidesorten und dem Grasschnitt.
Ukraine-Krieg wirkt sich weiterhin aus
Neben der Witterung sieht Karl-Otto Ditges von der Kreisbauernschaft aber vor allem ein Problem in der Landwirtschaft: Die zu strengen Vorschriften:
"Weil wir hochqualitative Lebensmittel liefern müssen. Die dürfen keine Krankheiten haben, nicht durch Insekten geschädigt sein oder einen Pilzbefahl haben. Wenn der Pflanzenschutzmittel-Einsatz so drastisch eingeschränkt wird, ohne dass wir heute Alternativen haben, können wir weder Qualität noch Menge produzieren."
Auch die Preisschwankungen durch den Ukrainekrieg bemerken die Landwirte - während die Kosten für Dünger und Treibstoff weiter hoch sind, ist der anfänglich hohe Preis z.B. für Weizen jetzt wieder auf Vor-kriegsniveau.