Anzeige
5 Jahre nach der Flut im Kreis Euskirchen
© Susanne Edl
Dankeschild in Euskirchen-Kirchheim, auf dem Weg zur Steinbachtalsperre
Teilen:

5 Jahre nach der Flut im Kreis Euskirchen

Auch fünf Jahre nach der Flutkatastrophe erhalten Betroffene im Kreis Euskirchen weiterhin Unterstützung. Viele Hilfsangebote laufen bis heute weiter.

Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2026 12:02

Anzeige

Angebote Johanniter und Land NRW

Anzeige

Direkt nach der Flut im Juli 2021 waren in NRW bereits mehr als 600 Johanniterinnen und Johanniter im Einsatz: Sie retteten Menschen, versorgten Betroffene und zahlten Soforthilfen aus. Heute geht es vor allem um die langfristigen Folgen der Katastrophe. Im Kreis Euskirchen haben die Johanniter im vergangenen Jahr fast 2.000 Hausbesuche durchgeführt und hunderte Beratungsgespräche geführt. Sie helfen unter anderem bei Wiederaufbau-Anträgen, vermitteln psychologische Unterstützung und bieten Begegnungstreffs an.

Auch das Land NRW setzt die sogenannte aufsuchende Hilfe im Kreis Euskirchen bis Ende des Jahres fort. Dabei kommen die Berater auf Wunsch auch direkt zu den Menschen nach Hause und helfen beispielsweise bei Förderanträgen oder beantworten noch offene Fragen rund um den Wiederaufbau.

Anzeige

Mehr Menschen beim THW Euskirchen

Anzeige

Die ehrenamtlichen Kräfte waren sowohl während der Akutphase als auch beim Wiederaufbau im Einsatz. Unterstützt wurden sie dabei von Kräften aus dem ganzen Land, was möglich war, da alle Gruppen ähnliches Material und standardisierte Vorgehensweisen haben. So hat das THW Euskirchen beispielsweise gemeinsam mit Kräften aus Bielefeld innerhalb von drei Tagen eine Behelfsbrücke in Roitzheim aus über 200.000 Einzelteilen gebaut. Nach der Flut sind viele Menschen aus Euskirchen dem THW beigetreten, berichtet die Ortsgruppe. Wer sich für die Arbeit des THW während der Flut interessiert, findet hier einen Film des THW.

Anzeige

Weiterhin Geld für Kommunen

Anzeige

Auch fünf Jahre nach der Flut benötigt der Wiederaufbau im Kreis Euskirchen weiterhin zusätzliches Personal. Dafür stellt das Land Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr noch einmal 15 Millionen Euro bereit. Mit dem Geld sollen insbesondere stark betroffene Kommunen – darunter auch Kommunen im Kreis Euskirchen – bei den Personalkosten unterstützt werden. Denn viele Städte und Gemeinden arbeiten noch immer an Hochwasserschutz- und Wiederaufbauprojekten. Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings spricht von einer wichtigen Entlastung. Allein in Schleiden laufen derzeit Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro. Ohne zusätzliches Personal würde der Wiederaufbau deutlich länger dauern und die Beschäftigten in den Verwaltungen zusätzlich belasten. Durch die Unterstützung des Landes können Projekte nun schneller umgesetzt und die Kommunen finanziell entlastet werden.

Anzeige

Wiederaufbau vieler Unternehmen läuft noch

Anzeige

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist der Wiederaufbau vieler Unternehmen im Kreis Euskirchen noch immer nicht abgeschlossen. Anlässlich des Jahrestags zieht nun auch die IHK Aachen Bilanz und spricht von einer der größten Hilfsaktionen ihrer Geschichte.

Seit der Flutkatastrophe hat die IHK mehr als 620 Förderanträge von Unternehmen aus der Region bearbeitet. Auf dieser Grundlage wurden bislang rund 170 Millionen Euro an Wiederaufbauhilfen bewilligt. Direkt nach der Flut half die IHK unter anderem dabei, Gutachter zu organisieren, Bautrockner und Ersatzräume zu vermitteln und Ausbildungsplätze zu sichern. Insgesamt gab es mehr als 10.000 Beratungsgespräche mit betroffenen Betrieben. Auch wenn inzwischen keine neuen Förderanträge mehr gestellt werden können, ist der Wiederaufbau vieler Unternehmen im Kreis Euskirchen noch längst nicht abgeschlossen. Die IHK fordert deshalb, Wirtschaft und Kommunen besser auf künftige Krisen und Extremwetter vorzubereiten.

Anzeige
Anzeige
Anzeige