Disciples 3: Renaissance
Renaissance der Rundenstrategie?
In drei Kampagnen, in denen sich der gewillte PC-Spieler
zunächst auf die Seite der Menschen, dann auf die der Legion
der Verdammten schlägt und schließlich noch mit den
Elfen zu Felde zieht, darf man bis zu 70 Stunden lang seiner
Sammelwut frönen und sich mit seinem kleinen Heldentrupp in
immer neuen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fraktionen
bewähren. Die Story werden die meisten dabei wohl bald aus
den Augen verlieren: Die episch breit ausgerollte Mär von
unheilvollen Sternen, die vom Himmel fallen und ein Zeitalter der
Dunkelheit heraufbeschwören, plätschert eher dahin und
kann nicht richtig packen. Das liegt zum großen Teil auch an
der Präsentation: Allenfalls ein paar gezeichnete
Zwischensequenzen sind mit Sprachausgabe vertont, ansonsten
heißt es viel in Textfenstern lesen.
Genre-üblich entwickeln sich die eigenen Charaktere
natürlich auch weiter. Jeder Kampf bringt Erfahrungspunkte,
die bei einem Levelaufstieg in Attribute wie Ausdauer,
Intelligenz oder Stärke investiert werden. Über ein
ungewöhnliches, Mahjong-ähnlich anmutendes
Talent-System kann der Spieler seinen Helden zudem weitere
Fähigkeiten angedeihen lassen - etwa eine höhere
Magieresistenz oder die Fähigkeit, mehr Einheiten in die
Schlacht zu führen.
Apropos: Bis zu neun Begleiter dürfen in den rundenbasierten
Gefechten kommandiert werden. Damit die Gruppe jedoch gegen die
überzähligen Feindesscharen ausreichend gewappnet ist,
muss ihre Kampfstärke kontinuierlich ausgebaut werden. Zu
diesem Zweck errichtet man in seiner Hauptstadt Gebäude, die
es beispielsweise einem Knappen ermöglichen, sich nach und
nach zum strahlenden Paladin weiterzuentwickeln. Magiertürme
erlauben dagegen das Erforschen von Zaubersprüchen.
Die Hexfeld-Schlachten erinnern deutlich an das Vorbild
"Heroes of Might & Magic". Ein Ziel besteht darin,
mit seinen Einheiten die sogenannten Knotenpunkte zu besetzen,
die bestimmte Fähigkeiten verstärken. Anfangs staunt
man noch über die effektvoll animierten, aber langatmigen
Schlagabtausche, später nutzt man gern die Funktion
"Automatischer Kampf", die das Resultat der Begegnung
glaubwürdig und flott auswürfelt.
"Disciples 3" hat eigentlich alles, was Liebhaber des
Genres schätzen. Und trotzdem machen einem die Entwickler
das Heldenleben oft unnötig schwer - zum Beispiel mit einem
wenig intuitiven, störrischen Benutzer-Interface, einem
unübersichtlichen Inventar und der fehlenden
Möglichkeit, die Attribute von Gegenständen direkt
miteinander zu vergleichen. Wer jedoch Spiele wie die
"Heroes of Might & Magic"-Reihe oder
"King's Bounty" schätzt, wird sicher gerne
über solche Schnitzer hinwegsehen und etwas
Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen.
| Disciples 3: Renaissance | |
|---|---|
| Erhältlich ab | 24.06.2010 |
| Hersteller | Akella |
| Vertrieb | Kalypso Media |
| Genre | Strategie |
| Multiplayer | 1-2 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene und Profis |
| Alter | ab |
| Sonstiges | Minimum CPU mit 3,5 GHz, 2,0 GB RAM, 7,0 GB freier Festplattenspeicher, Geforce 7800 oder Radeon HD 2900 Grafikkarte |
| Preis | ca. 40 Euro |
| Bewertung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Grafik | Sound | Steuerung | Spielspaß | Gesamt |
| gut | gut | befriedigend | gut | gut |
Erhältlich für:
PC



























