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Disciples 3: Renaissance

Renaissance der Rundenstrategie?

Vergrößern"Disciples 3" vermengt klassische Rundenstrategie mit zeitgemäßer Optik.
© Kalypso
Strategie und Nostalgie: Der russische Entwickler Akella knüpft beim Spielprinzip von "Disciples 3: Renaissance" direkt an die erfolgreichen Vorgänger an und peppt das alte System mit spielerischen Neuheiten und effektvoller Optik auf. Aber kann der Mix aus rundenbasierter Strategie und Rollenspiel trotzdem auch heute noch faszinieren?

Wer bei rundenbasierten Kämpfen in Fantasywelten sofort "Heroes of Might & Magic" und ein knallbuntes Effektfeuerwerk im Sinn hat, muss bei "Disciples 3: Renaissance" umdenken: Hier erwartet den Spieler eine düstere Umgebung, die dem Ganzen jedoch einen edlen, "erwachseneren" Anstrich gibt.

In drei Kampagnen, in denen sich der gewillte PC-Spieler zunächst auf die Seite der Menschen, dann auf die der Legion der Verdammten schlägt und schließlich noch mit den Elfen zu Felde zieht, darf man bis zu 70 Stunden lang seiner Sammelwut frönen und sich mit seinem kleinen Heldentrupp in immer neuen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fraktionen bewähren. Die Story werden die meisten dabei wohl bald aus den Augen verlieren: Die episch breit ausgerollte Mär von unheilvollen Sternen, die vom Himmel fallen und ein Zeitalter der Dunkelheit heraufbeschwören, plätschert eher dahin und kann nicht richtig packen. Das liegt zum großen Teil auch an der Präsentation: Allenfalls ein paar gezeichnete Zwischensequenzen sind mit Sprachausgabe vertont, ansonsten heißt es viel in Textfenstern lesen.

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Genre-üblich entwickeln sich die eigenen Charaktere natürlich auch weiter. Jeder Kampf bringt Erfahrungspunkte, die bei einem Levelaufstieg in Attribute wie Ausdauer, Intelligenz oder Stärke investiert werden. Über ein ungewöhnliches, Mahjong-ähnlich anmutendes Talent-System kann der Spieler seinen Helden zudem weitere Fähigkeiten angedeihen lassen - etwa eine höhere Magieresistenz oder die Fähigkeit, mehr Einheiten in die Schlacht zu führen.

Apropos: Bis zu neun Begleiter dürfen in den rundenbasierten Gefechten kommandiert werden. Damit die Gruppe jedoch gegen die überzähligen Feindesscharen ausreichend gewappnet ist, muss ihre Kampfstärke kontinuierlich ausgebaut werden. Zu diesem Zweck errichtet man in seiner Hauptstadt Gebäude, die es beispielsweise einem Knappen ermöglichen, sich nach und nach zum strahlenden Paladin weiterzuentwickeln. Magiertürme erlauben dagegen das Erforschen von Zaubersprüchen.

Die Hexfeld-Schlachten erinnern deutlich an das Vorbild "Heroes of Might & Magic". Ein Ziel besteht darin, mit seinen Einheiten die sogenannten Knotenpunkte zu besetzen, die bestimmte Fähigkeiten verstärken. Anfangs staunt man noch über die effektvoll animierten, aber langatmigen Schlagabtausche, später nutzt man gern die Funktion "Automatischer Kampf", die das Resultat der Begegnung glaubwürdig und flott auswürfelt.

"Disciples 3" hat eigentlich alles, was Liebhaber des Genres schätzen. Und trotzdem machen einem die Entwickler das Heldenleben oft unnötig schwer - zum Beispiel mit einem wenig intuitiven, störrischen Benutzer-Interface, einem unübersichtlichen Inventar und der fehlenden Möglichkeit, die Attribute von Gegenständen direkt miteinander zu vergleichen. Wer jedoch Spiele wie die "Heroes of Might & Magic"-Reihe oder "King's Bounty" schätzt, wird sicher gerne über solche Schnitzer hinwegsehen und etwas Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen.

Herbert Aichinger
Disciples 3: Renaissance
Erhältlich ab24.06.2010
HerstellerAkella
VertriebKalypso Media
GenreStrategie
Multiplayer1-2
 Schwierigkeit Für Fortgeschrittene und Profis
Alterab
SonstigesMinimum CPU mit 3,5 GHz, 2,0 GB RAM, 7,0 GB freier Festplattenspeicher, Geforce 7800 oder Radeon HD 2900 Grafikkarte
Preisca. 40 Euro
Bewertung
GrafikSound Steuerung SpielspaßGesamt
gutgutbefriedigendgutgut

Erhältlich für:
PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"
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