Samstag, 26.05.2018
00:32 Uhr


Musik / Backstage

Plato und das Licht

"Ich bin Sänger einer Heavy-Metal-Band. Aber wir haben eine Message. Eine Message von Einigkeit": Der aus Tel Aviv stammende Kobi Farhi ist Frontmann von Orphaned Land, einer Band, die im Lauf der letzten Jahre zum Inbegriff des Genres "Oriental Metal" wurde. Ost und West werden in ihrer Musik ebenso verbunden wie Christentum, Islam und Judentum. Auf ihrem neuen Album widmen sie sich nun den "Unsung Prophets & Dead Messiahs".

Es ist ein Konzeptalbum, basierend auf Platos Höhlengleichnis. Es geht um all jene Menschen, die im Lauf der Geschichte versucht haben, die Menschen aus der dunklen Höhle hinauszuführen. Viele von ihnen wurden umgebracht. Sie fielen tradierten Werten, Kommerz und Machtansprüchen zum Opfer. Orphaned Land singen gegen Krieg, religiösen Fanatismus und Profitgier an. Sie wollen den Weg ans Licht weisen und das auf höchst originelle Weise.

Orphaned Land seien eine metallische Reflektion dessen, was im Nahen Osten abgeht, erklärte Farhi einmal. Das verdeutlicht ganz gut, in welchen Fahrwassern er und seine Band unterwegs sind. Harte Gitarrenriffs und Growls stehen traditionellen Instrumenten und - aus Sicht der westlichen Rockmusik - unkonventionellen melodischen Linien gegenüber. In dem daraus resultierenden breiten Spannungsfeld findet man ruhige Hoffnungsstrahlen wie in "All Knowing Eye" neben heftigen Klang-Gewittern.

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Mit ihrem friedvollen Metal-Ansatz trifft die Band nicht nur bei ihren Fans, sondern offenbar auch bei vielen Kollegen einen Nerv. So finden sich auf "Unsung Prophets & Dead Messiahs"gleich drei prominente Gastfeatures: Ex-Genesis-Gitarrist Steve Hackett veredelt das progressiv rockende Stück "Chains Fall To Gravity", Hansi Kürsch von Blind Guardian gibt den Orpheus ("Like Orpheus"), und Sänger Tomas Lindberg (At The Gates) ist in dem aufgewühlten Song "Only The Dead Have Seen The End Of War" zu hören.

"One can easily forgive a child who is afraid of the dark, but one cannot forgive a man who is afraid of the light", heißt es frei nach Plato im Opener "The Cave". So kämpfen Orphaned Land ein Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung kraftvoller denn je gegen das "Höhlendasein". Starke Message, starke Musik.

Orphaned Land auf Tournee:

25.02. Essen, Turock

06.03. Köln, Jungle

07.03. Berlin, Bi Nuu

13.03. München, Backstage

Alexander Diehl

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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